Was ist Fernschach?
Da es aus der Ferne gespielt wird, haben die Spieler im Vergleich zu einer klassischen Schachpartie weitaus mehr Bedenkzeit. Je nach Turnierregeln kann ein Spieler mehrere Tage oder sogar eine Woche Zeit haben, um einen Zug zu machen. Dadurch fühlt sich das Spiel weniger wie ein Wettlauf gegen die Uhr an, sondern eher wie ein Gespräch zwischen den beiden Spielern.
Dies ist jedoch kein modernes Konzept: Jahrzehnte vor dem Online-Schach konnten Spieler per Post Fernschach spielen. Die Spieler schickten ihren Zug in einem Brief oder auf einer Postkarte und warteten geduldig auf die Antwort, um die Partie fortzusetzen. Mit der Erfindung des Internets hat sich die Wartezeit verkürzt, aber Fernschachpartien finden auch heute noch online statt.
Der Reiz liegt im langsamen Tempo. Nun hat man Zeit, die Stellung genau zu analysieren, verschiedene Pläne zu vergleichen und Varianten vollständig zu durchdenken, was in einem schnellen Spiel sonst unmöglich ist.
Wie Fernschach gespielt wird
Die Schachregeln bleiben unverändert, aber der Unterschied liegt in der Zeit, die ein Spieler für Entscheidungen hat. In der modernen Online-Version macht ein Spieler einen Zug und wartet dann auf die Antwort des anderen. Die Zeitlimits hängen von der Plattform ab, können aber von Minuten bis zu Tagen reichen.
Dies ändert jedoch den gesamten Ansatz zum Schach: Es können Pausen entstehen, und man kann sich zurückziehen und mit anderen Augen an das Brett zurückkehren. Eine komplizierte Stellung kann einen den ganzen Tag beschäftigen, bevor man sich endlich entscheidet, was man spielt. Fernschachveranstaltungen haben oft ihre eigenen Regeln; je nach Turnier, Plattform oder Eröffnungsbüchern können die Regeln variieren. Daher ist es wichtig, die Regeln zu verstehen, bevor man beginnt.
Eine der Hauptorganisationen, die das Wettkampf-Fernschach überwacht, ist die International Correspondence Chess Federation (ICCF). Es werden internationale Veranstaltungen durchgeführt
Fernschach vs. Over-the-Board-Schach
Der offensichtliche Unterschied ist die Umgebung. Over-the-Board-Schach bedeutet, einem anderen Spieler gegenüberzusitzen, mit einem physischen Brett und einer Schachuhr zwischen euch. Fernschach kann fast überall gespielt werden, wobei die beiden Spieler möglicherweise tausende Kilometer voneinander entfernt sind.
Auch das Tempo ist anders.
Fernschach:
Wird aus der Ferne gespielt
Erlaubt oft Tage pro Zug
Mehr Zeit, um Stellungen zu studieren
Wird heute normalerweise online gespielt
Regeln zu externen Ressourcen können variieren
Over-the-Board-Schach:
Wird von Angesicht zu Angesicht gespielt
Wird normalerweise innerhalb von Stunden gespielt
Entscheidungen müssen oft schnell getroffen werden
Verwendet normalerweise ein physisches Brett
Turnierregeln kontrollieren, was erlaubt ist
Für manche kann das Erlebnis durch die zusätzliche Zeit viel angenehmer werden. Wenn Sie Freude daran haben, in eine Stellung einzutauchen, eine Eröffnung zu erkunden oder ein kompliziertes Endspiel auszuarbeiten, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen, dann könnte Fernschach das Richtige für Sie sein.
Aber auch wenn Sie die schnelle Natur des Schachs genießen, kann es nützlich sein, Fernschach zu lernen. Da Sie Zeit haben, jede Entscheidung zu analysieren, können Sie Dinge bemerken, die Sie in einem schnellen Spiel normalerweise übersehen würden. Sie könnten auch Freude daran haben, Schacheröffnungen zu studieren, um die Pläne dahinter zu verstehen, anstatt sie nur auswendig zu lernen.
Fazit
Es mag langsamer sein, als die meisten es gewohnt sind, aber das ist der Kern: Es erlaubt Ihnen, jedem einzelnen Zug Raum zu geben. Es gibt Ihnen Zeit zum Denken. Was aus Schachzügen, die per Post verschickt wurden, entstanden ist, hat sich zu einer internationalen Form des Schachs entwickelt, die OTB und online gespielt werden kann. Für diejenigen, die sorgfältige Berechnung, Strategie und das Sich-Zeit-Lassen genießen, könnte Fernschach das perfekte Format für Sie sein.