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Die BBC hat eine Chess-Reality-Show gemacht. Irgendwie war sie sowohl zu dumm als auch zu klug.

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Es ist passiert. Die BBC hat endlich Chess Masters: The Endgame ausgestrahlt, einen aufwändig produzierten, leicht durchgeknallten Versuch, Schach in eine Mischung aus The Great British Bake Off, Survivor und The Queen’s Gambit zu verwandeln – minus der Pillen und Perücken.
„Der Gewinner von Chess Masters: The Endgame spielt das Londoner System. Das ist der Tweet.“ – @rookpain
„BBCs Schachshow hat mich in meine Berolina schreien lassen.“ – @queenwithagun

Es ist passiert. Die BBC hat endlich Chess Masters: The Endgame ausgestrahlt, einen aufwändig produzierten, leicht durchgeknallten Versuch, Schach in eine Mischung aus The Great British Bake Off, Survivor und The Queen’s Gambit zu verwandeln – minus der Pillen und Perücken.

Und ja, es gab eine Gewinnerin: die 20-jährige Thalia Holmes, eine walisische Amateurspielerin mit einem sauberen Endspiel und einer Confession-Cam-Präsenz, die ihr wahrscheinlich einen Netflix-Job einbringen könnte.

Aber hier ist die Sache: niemand kann entscheiden, ob die Show brillant oder unansehbar war.

Je nachdem, auf welcher Seite des Schachbretts man sitzt: Sie war entweder eine Einstiegsdroge für die Sizilianische Verteidigung oder ein demütigender Schach-Parcours, der von Leuten gebaut wurde, die denken, „Zugzwang“ sei eine deutsche Süßigkeit.

Das Format (?)

Zwölf Kandidaten, ein wechselndes Ensemble vage intensiver Mentoren (ja, Nigel Short war dabei) und Ausscheidungen basierend auf Brettleistung und Persönlichkeit. Eine Challenge beinhaltete das Lösen von Rätseln, während man auf einem Bein balancierte. Eine andere beinhaltete Speed Chess mit Live-Kommentar eines ehemaligen CBBC-Moderators, der einst Blue Peter moderierte.

Kurz gesagt: Chaos.

Die Gegenreaktion

Die Show lief am Sonntagabend im Sendeplatz „Wir haben Bake Off nicht bekommen“ und spaltete sofort die Schachwelt.

„Man kann Schach nicht vereinfachen und erwarten, dass die Leute sich dafür interessieren“, sagte GM Malcolm Pein in einem Radiointerview, das sich wie ein Nachruf anfühlte.
„Ich mochte es tatsächlich“, sagte buchstäblich niemand auf Reddit.

Chess Twitter verarbeitet derweil noch, was sie gesehen haben. Einige sind wütend, dass das Spiel für „Drama“ geschnitten wurde. Andere sind wütend, dass es nicht dramatisch genug war. Und ein paar – die Gefährlichen – fordern eine zweite Staffel.

Die größere Frage

Was sagt es über Schach aus, dass wir uns nicht einig sind, ob wir es nischenhaft und respektiert oder populär und memefähig haben wollen?

Die Show versuchte, den Unterschied zu überbrücken, und dabei hat sie irgendwie die Wahrheit offengelegt: Schach ist kein sehr gutes Fernsehen, es sei denn, man pfuscht daran herum. Und wenn man daran herumpfuscht, verschwindet der Schachteil.

War es also gut?

Nein. War es faszinierend? Seltsamerweise ja, aber auf eine falsche Art und Weise.

Thalia Holmes hat jetzt eine provisorische FIDE-Wertungszahl, eine winzige Wikipedia-Seite und die zweifelhafte Ehre, die erste Reality-TV-Schachmeisterin zu sein, die bei einem Rapid-Turnier ausgebuht werden könnte.

World Chess entwickelt Berichten zufolge eine eigene Bildschirm-Konkurrenz – mit echten Spielern, echten Einsätzen und ohne Balancieren auf einem Bein. Das könnt ihr verfolgen unter chessarena.com (https://chessarena.com/).

BBC, falls ihr das lest: Nennt es nächstes Mal einfach The Chess Factor und lasst Magnus den Richter sein. Dann wissen wir wenigstens, woran wir sind.

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