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Sollte FIDEs neueste Partnerschaft Fragen aufwerfen? Freedom Holdings wachsende Rolle bei der Finanzierung des Schachs

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FIDEs neue Partnerschaft mit Freedom Holding Corp verspricht mehr Investitionen in das Schach – aber die historischen Verbindungen des Unternehmens zu Russland werfen schwierige Fragen zur Optik auf.

FIDE, der Welt-Schachverband, muss sein Geld ja irgendwoher bekommen, oder?

Nach Russlands groß angelegter Invasion der Ukraine sind die Unterstützungsquellen rar geworden. FIDEs russischer Geldfluss ist versiegt, da große Namenssponsoren wie die Russische Eisenbahn und Aeroflot nicht mehr akzeptabel sind.

Die auf der Isle of Man ansässige Familie Scheinberg hat eine Reihe von Veranstaltungen finanziert, darunter die Ausgabe 2024 der FIDE Candidates, und hat auch die Unterstützung für die Ausgabe 2026 zugesagt.

Dann gibt es noch Freedom Holding Corp, das sich mit den Scheinbergs zusammengetan hat, um die Veranstaltung 2026 auf Zypern, der Insel mit seinem europäischen Hauptsitz, mitzufinanzieren. Seit den Ereignissen von 2022 ist es Freedom Holding, das effektiv eingesprungen ist, um all das fehlende russische Geld zu ersetzen. Sie müssen es gesehen haben: Ihr Logo ziert fast jede große FIDE-Veranstaltung.

Am Montag gab FIDE eine neue Partnerschaft mit Freedom Holding bekannt, die das Investmentunternehmen als offiziellen Partner für seine globalen Entwicklungsprogramme bis 2026 positioniert.

Auf dem Papier sieht der Deal wie ein großer Schub für das Schach aus. FIDEs Website preist die Finanzierung von Turnieren, die Unterstützung von Spielern und Trainern, Bildungsinitiativen und die Talentförderung auf mehreren Kontinenten an. In einer Zeit, in der FIDE mit vielen Problemen konfrontiert ist, ist die Zufuhr von privatem Kapital sowohl zeitgemäß als auch bedeutend.

Aber die Partnerschaft wirft auch eine unangenehme Frage auf: Wer genau ist Freedom Holding, und sollte die Schachwelt genauer hinschauen?

Freedom Holdings globaler Hauptsitz befindet sich in den USA, und das Unternehmen ist an der NASDAQ notiert und präsentiert sich als internationales Finanzdienstleistungsunternehmen. Seine Geschichte und seine Geschäftstätigkeit sind jedoch eng mit den postsowjetischen Märkten verbunden, insbesondere mit Kasachstan und historisch mit Russland.

Sein Gründer und CEO, Timur Turlov, baute einen Großteil des frühen Geschäfts des Unternehmens im russischen Finanzsystem auf, bevor die Firma in den letzten Jahren ihre Struktur und ihr Branding änderte.

Turlov ist Präsident des Kasachischen Schachverbandes und des Internationalen Schachschulverbandes. Vor zwei Jahren, bei der FIDE-Generalversammlung in Budapest, war es Russlands zentralasiatischer Verbündeter Kirgisistan, das kontrovers einen Antrag auf „Wiederherstellung der vollen Rechte der nationalen Schachverbände Russlands und Weißrusslands“ einbrachte. Der Antrag wurde unter internationalem Aufschrei abgelehnt, aber im letzten Dezember wurden zwei ähnliche Vorschläge genehmigt.

Hier schien Turlov, oder zumindest der Kasachische Schachverband, sehr stark Russlands Freund zu sein.

Freedom Holding hat sich jedoch nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 öffentlich von Russland distanziert – Berichten zufolge wurden bestimmte Vermögenswerte veräußert –, aber in Finanz- und Regulierungskreisen bestehen weiterhin Fragen zur Tiefe und Vollständigkeit dieser Trennung.

Dies macht die Partnerschaft besonders heikel für FIDE, angeführt von Präsident Arkady Dvorkovich, einem ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten Russlands.

Seit 2022 steht FIDE unter ständiger Beobachtung wegen seines Umgangs mit der russischen Beteiligung am Schach, wobei es versucht, internationale Sportnormen mit geopolitischen Realitäten in Einklang zu bringen. Jede wahrgenommene Wiedereinführung von russischem Einfluss – direkt oder indirekt – riskiert, diese Debatten neu zu entfachen.

Es gibt keinen Hinweis auf Fehlverhalten in der Vereinbarung selbst. Im Gegenteil, die Finanzierung durch Freedom Holding könnte weltweit sinnvolle Unterstützung für Spieler, Verbände und Basisinitiativen bieten. Das Schach ist verzweifelt darauf angewiesen.

Doch im heutigen Klima ist die Optik ebenso wichtig.

Sportorganisationen aller Disziplinen waren gezwungen, sich mit den Quellen ihrer Finanzierung auseinanderzusetzen – ob von staatlich unterstützten Einrichtungen, politisch exponierten Personen oder Unternehmen mit komplexen geopolitischen Verbindungen. Das Schach ist keine Ausnahme.

Die Sorge gilt nicht unbedingt dem, was Freedom Holding jetzt tut, sondern wie sein Hintergrund wahrgenommen werden könnte, insbesondere in Europa und bei Verbänden, die sensibel auf russischen Einfluss reagieren.

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Schach mit solchen Fragen konfrontiert wird. Die Sportart hat sich lange auf wohlwollende Mäzene, Sponsoren und staatliche Unterstützung aus Regionen verlassen, in denen Politik und Wirtschaft eng miteinander verwoben sind.

Die Herausforderung für FIDE ist klar: Wie kann man die finanzielle Unterstützung sichern, die nötig ist, um das Spiel zu fördern, und gleichzeitig Glaubwürdigkeit, Transparenz und Vertrauen wahren?

Sollte sich die Schachwelt also Sorgen machen? Mit einer anstehenden Führungswahl im September und vielen Gesprächen darüber, wer antreten wird, sollte sich Dvorkovich selbst Sorgen machen? Das ist eine ganz andere Frage.

Es gibt keine unmittelbare rote Flagge in der Partnerschaft selbst, und die Vorteile für die Schachentwicklung könnten erheblich sein. Aber die Beziehung wird wahrscheinlich genau beobachtet werden – von Spielern, Verbänden und Beobachtern gleichermaßen.

Und während diese Partnerschaft fortgesetzt wird, ist eines sicher: Es geht nicht nur um Schach.