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Deutsches Schach vereint hinter dem 'Underdog': Bluebaum erhält 86.000 Euro, um das Kandidatenturnier zu gewinnen

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Deutschland will wirklich, wirklich, WIRKLICH, dass sein einziger Teilnehmer beim FIDE-Kandidatenturnier gewinnt.

Der große GM Magnus Carlsen hat ein riesiges Team von erfahrenen GMs hinter sich, angeführt von GM Peter Heine Nielsen.

Das junge türkische Wunderkind IM Yağız Kaan Erdoğmuş kann auf die Brillanz von GM Shakhriyar Mamedyarov zählen, dank eines milliardenschweren Mäzens.

GM Nodirbek Abdusuttorov, Gewinner des diesjährigen Tata Steel Chess, wird vom usbekischen Staatsapparat finanziert, der ihm alles gibt, was er braucht, um seinen Aufstieg in den Ranglisten fortzusetzen.

Keiner dieser Spieler ist – aus unterschiedlichen Gründen – überhaupt beim Flaggschiff-Turnier der FIDE, dem Kandidatenturnier in Zypern, dabei.

Aber GM Matthias Bluebaum ist es, und er hat sich den Platz auf die harte Tour ohne all das erkämpft.

Kein großer Verbandsapparat. Keine luxuriösen Trainingslager. Keine Armee von Sekundanten, die bis tief in die Nacht Neuerungen durchrechnen. Als der deutsche Großmeister sich im vergangenen September mit einem sensationellen zweiten Platz beim FIDE Grand Swiss für das Kandidatenturnier 2026 qualifizierte, tat er das weitgehend aus eigener Kraft.

Selbst in seiner Heimat waren sie schockiert; GM Vincent Keymer, der Liebling des deutschen Schachs, war derjenige, den die deutschen Schachfans nach Zypern reisen sahen.

Historische Mission

Jetzt, nur wenige Tage vor dem größten Turnier in Bluebaums Leben, hat sich alles geändert.

Der zweifache Europameister ist erst der dritte Deutsche nach den GMs Robert Hübner und Wolfgang Uhlmann, der sich für ein Kandidatenturnier qualifiziert hat. Dieses Mal hat sich das deutsche Schach – das in den letzten Jahren nicht gerade geeint war – zusammengetan, um ihm zu helfen. In Höhe von rund 86.000 Euro.

Laut dem Deutschen Schachbund (DSB) kamen Spenden vom Bundeskanzleramt, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Württembergischen Schachverband, plus eine Welle von Crowdfunding-Spenden der Öffentlichkeit, die derzeit bei 21.000 Euro liegt.

🇩🇪 Ganz Schach-Deutschland steht hinter Matthias Blübaum! Am 29. März startet er beim Kandidatenturnier. Mit starker Unterstützung, eigenem Team und großer Entschlossenheit geht er als Underdog ins Rennen. Jetzt heißt es: Daumen drücken! 🙌 www.schachbund.de/news/ganz-sc... #TeamBlübaum

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— Deutscher Schachbund (@schachbund.bsky.social) 23 March 2026 at 13:40

Der in Deutschland ansässige Unternehmer Jan Henrich Buettner half ebenfalls, zusammen mit der deutschen Schachtechnologiefirma Chessbase. Es ist eine außergewöhnliche Anstrengung.

Gemeinsam haben sie eine klare Botschaft gesendet: Deutschland setzt alles daran, Bluebaum dabei zu helfen, das Kandidatenturnier zu gewinnen.

„Es war uns sehr wichtig, ihm die bestmöglichen Bedingungen zu bieten“, sagte DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach. „Viele Menschen über unseren Mitgliederkreis hinaus haben gespendet. Das zeigt eindrucksvoll, dass die gesamte deutsche Schachgemeinschaft hinter Matthias Bluebaum steht!“

Bluebaum wird gegen die GMs Fabiano Caruana, Anish Giri, Hikaru Nakamura, Praggnanandhaa R, Javokhir Sindarov, Andrey Esipenko und Wei Yi antreten. Jeder von ihnen hatte aus unterschiedlichen Gründen größere Ressourcen als Bluebaum.

Sie werden voraussichtlich mit vollständigen Teams anreisen: Elite-Sekundanten, Eröffnungsspezialisten, Datenanalysten und Zugang zu hochmoderner Rechenleistung. Jetzt, zum ersten Mal, hat Bluebaum die Ressourcen, um etwas Ähnliches aufzubauen – oder zumindest die Lücke zu schließen.

Und dennoch bleibt er realistisch.

Nach eigener Schätzung – und er ist Mathematiker – hat Bluebaum seine Chancen, das Kandidatenturnier zu gewinnen, auf etwa ein bis zwei Prozent berechnet. Es ist eine schonungslos ehrliche Einschätzung – und eine faire. Er ist der „Underdog“, gibt er zu. Bluebaum startet nach Wertung und Lebenslauf als Außenseiter.

Aber das Geld war laut Bluebaum bereits „eine große Hilfe“ bei seiner Vorbereitung.

Eines ist bereits klar.

Matthias Bluebaum wird nicht unterlegen sein, bevor der erste Zug gemacht wird.

Nicht dieses Mal.